Navigation

Service-Menü

Hauptmenü




Der Einfluss sensorischer Charakteristika des "Flash" auf den visuellen und haptischen "Flash Lag"-Effekt - Forschungsdaten zur Studie von 2012/13.

Daten bestellen

Druckansicht des Datensatzes

Forschende

Name
Drewing, Knut
Hitzel, Elena
Scocchia, Lisa

Top

Informationen zum Datensatz

Titel Der Einfluss sensorischer Charakteristika des "Flash" auf den visuellen und haptischen "Flash Lag"-Effekt - Forschungsdaten zur Studie von 2012/13.
Titel, englisch The influence of flash characteristics on the visual and haptic flash-lag effect - research data from the 2012/2013 study.
Zitation Drewing, K., Hitzel, E., & Scocchia, L. (2017). Der Einfluss sensorischer Charakteristika des "Flash" auf den visuellen und haptischen "Flash Lag"-Effekt - Forschungsdaten zur Studie von 2012/13. (Version 1.0.0) [Daten und Dokumentation]. Trier: Psychologisches Datenarchiv PsychData des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation ZPID. https://doi.org/10.5160/psychdata.dgkt13ei29_v10000
Sprache der Variablendokumentation Deutsch/Englisch
Verantwortlichkeit für die Datenerhebung Drewing, Knut; Hitzel, Elena; Scocchia, Lisa
Ende der Erhebung 2013
Veröffentlichung des Datensatzes 2017
Datensatz ID dgkt13ei29
Studienbeschreibung Wenn ein kurzer Lichtreiz an der selben Stelle erscheint, an der sich ein anderes sichtbares Objekt gerade vorbei bewegt, dann sehen Versuchspersonen (Vpn) das bewegte Objekt trotzdem weiter vorne. Ähnlich zu diesem visuellen "Flash Lag"-Effekt (FLE) wurde ein haptischer FLE berichtet, bei dem Vpn eine Hand bewegen und diese bewegte Hand wĂ€hrend einer kurzen Vibration als weiter vorne wahrnehmen als eine stationĂ€re Hand. In zwei Experimenten wurde hier der haptische FLE weiter untersucht. Zuerst verglichen wir isosensorische visuelle und haptische Bedingungen, bei denen der kurze Reiz und das bewegte Objekt jeweils in einer ModalitĂ€t prĂ€sentiert wurden, sowie bisensorische Bedingungen, bei denen das bewegte Objekt gleichzeitig visuell und haptisch prĂ€sentiert wurde, aber der kurze Reiz immer nur in einer ModalitĂ€t. Hier sollten die BeitrĂ€ge der ModalitĂ€ten von kurzem Reiz und von den Objekten zum FLE dissoziiert werden. Ein FLE war zu beobachten, wenn ein visueller kurzer Reiz gegeben wurde, aber nicht bei einem haptischen kurzen Reiz. Die ModalitĂ€t des bewegten Objektes spielte keine Rolle, so dass Unterschiede zwischen haptischem und visuellem FLE komplett auf sensorische Charakteristika des kurzen Reizes zurĂŒckgefĂŒhrt werden konnten. Das zweite Experiment bestĂ€tigte die wichtige Rolle der Charakteristika des kurzen Reizes. Ein haptischer FLE zeigte sich, wenn ein nicht so intensiver kurzer Reiz gegeben wurde, besonders bei geringer Dauer des kurzen Reizes. Ähnliche Befunde gibt es bereits fĂŒr den visuellen FLE. Insgesamt unterstreichen diese Daten die hohe Relevanz sensorischer Charakteristika des kurzen Reizes fĂŒr den FLE und stĂŒtzen damit eine ErklĂ€rung des FLE durch die "Temporal Sampling"-Hypothese, gemĂ€ĂŸ der der kurze Reiz einen supramodalen höheren Prozess der Positionsbeurteilung anstĂ¶ĂŸt, dessen Startzeitpunkt von der Verarbeitung des kurzen Reizes abhĂ€ngt.
Studienbeschreibung, englisch When a short flash occurs in spatial alignment with a moving object, the moving object is seen ahead the stationary one. Similar to this visual “flash-lag effect” (FLE) it has been recently observed for the haptic sense that participants judge a moving hand to be ahead a stationary hand when judged at the moment of a short vibration (“haptic flash”) that is applied when the two hands are spatially aligned. We further investigated the haptic FLE. First, we compared participants’ performance in two isosensory visual or haptic conditions, in which moving object and flash were presented only in a single modality (visual: sphere and short color change, haptic: hand and vibration), and two bisensory conditions, in which the moving object was presented in both modalities (hand aligned with visible sphere), but the flash was presented only visually or only haptically. The experiment aimed to disentangle contributions of the flash’s and the objects’ modalities to the FLEs in haptics versus vision. We observed a FLE when the flash was visually displayed, both when the moving object was visual and visuo-haptic. Because the position of a visual flash, but not of an analogue haptic flash, is misjudged relative to a same visuo-haptic moving object, the difference between visual and haptic conditions can be fully attributed to characteristics of the flash. The second experiment confirmed that a haptic FLE can be observed depending on flash characteristics: the FLE increases with decreasing intensity of the flash (slightly modulated by flash duration), which had been previously observed for vision. These findings underline the high relevance of flash characteristics in different senses, and thus fit well with the temporal-sampling framework, where the flash triggers a high-level, supra-modal process of position judgement, the time point of which further depends on the processing time of the flash.
Hypothesen Die Ausgangshypothese der Studie bildet die "Temporal Sampling"-Hypothese des FLE, gemĂ€ĂŸ der der kurze Reiz im FLE-Paradigma einen supramodalen höheren Prozess der Positionsbeurteilung anstĂ¶ĂŸt, dessen Startzeitpunkt von der Verarbeitungszeit des kurzen Reizes abhĂ€ngt. Daraus ergibt sich die Hypothese einer hohen Relevanz der sensorischen Charakteristika des kurzen Reizes fĂŒr das Ausmaß des FLE, und dass eine lĂ€ngere Verarbeitungszeit des kurzen Reizes mit einem grĂ¶ĂŸeren FLE einhergeht. Diese Hypothesen haben wir hinsichtlich der ModalitĂ€t des kurzen Reizes (Experiment 1) sowie hinsichtlich der Dauer und IntensitĂ€t des kurzen Reizes beim haptischen FLE (Experiment 2) untersucht.
Keyphrase flash-lag effect; visuell & haptic stimuli; temporal sampling; importance of sensory characteristics of stimuli; haptic mislocalizations; motor control; 2 experiments; total of 17 young adults aged 20-27 years
Förderung Deutsche Forschungsgemeinschaft: CRC/ TRR 135, Projekt A5 (Knut Drewing)
Güte -
10000

Top

PSYNDEX Klassifikation & Schlagwörter

Klassifikation, deutsch Wahrnehmung
Motorik
Klassifikation, englisch Sensory Perception
Motor Processes
Schlagwörter, deutsch Wahrnehmungspsychologie
Taktile Wahrnehmung
Visuelle Wahrnehmung
WahrnehmungstÀuschungen
Bewegungswahrnehmung
Finger
Junges Erwachsenenalter
Schlagwörter, englisch Tactual Perception
Visual Perception
Illusions (Perception)
Motion Perception
Fingers (Anatomy)

Top

Beschreibung der Methode

Forschungsform Experimentaldaten
Klassifikation der Erhebung Experimentelles Design, Laborexperiment
Erhebungsinstrument Experiment 1: WĂ€hrend Vpn periodische Hin- und Herbewegungen beobachten (visuelles Objekt) oder mit ihrer rechten Hand (haptisches Objekt) ausfĂŒhren, wird ein kurzer Reiz (=Flash) auf dem bewegten Objekt prĂ€sentiert, und zwar in der 3. oder 5. Teilbewegung. Unterhalb des Bewegungskorridors befand sich ein stationĂ€res Objekt, und Vpn beurteilten, ob das bewegte Objekt rechts oder links vom stationĂ€ren Objekt war, als der kurze Reiz gegeben wurde. Innerhalb jeder Vpn wurden vier Bedingungen realisiert: Variiert wurden die sensorische ModalitĂ€t des kurzen Reizes (visuell vs. haptisch) und die sensorischen ModalitĂ€ten von bewegtem und stationĂ€rem Objekt (selbe ModalitĂ€t wie kurzer Reiz oder beide ModalitĂ€ten, visuell und haptisch, gleichzeitig). Der kurze Reiz startete wĂ€hrend das bewegte Objekt an einer von sieben Positionen relativ zum stationĂ€ren war: -99, -66, -33, 0, 33, 66, 99 mm; die Hin- und Herbewegung startete rechts oder links. In jedem Experimentalblock wurde fĂŒr eine einzelne experimentelle Bedingung jede Kombination von Startposition der Bewegung (2), Position des kurzen Reizes (7) und Teilbewegung mit kurzem Reiz (2) zweimal prĂ€sentiert (2*7*2*2 = 56 DurchgĂ€nge in zufĂ€lliger Reihenfolge). Es gab 3 Blöcke je Experimentalbedingung mit kurzen Pausen dazwischen. Die Reihenfolge der Experimentalbedingungen war gemĂ€ĂŸ Lateinischem Quadrat zwischen Vpn balanciert. Das Experiment wurde in 2 Sitzungen je 2.5 h durchgefĂŒhrt; zu Beginn jeder Sitzung wurde die Hin- und Herbewegung geĂŒbt; zu Beginn der ersten Sitzungen wurden 56 aktive Bewegungen der Vpn aufgezeichnet, die spĂ€ter als visuelle Bedingungen wiedergegeben wurden.
FĂŒr jede Experimentalbedingung und jede Startposition des kurzen Reizes wurde individuell bestimmt wie oft das bewegte Objekt "vor" dem stationĂ€ren wahrgenommen wurde. An diese Daten wurden kumulative Gaussfunktionen gemĂ€ĂŸ MLE-Methode angepasst. Der Mittelwert der Funktion schĂ€tzt dann die Position des bewegten Objektes, die als gleich zum stationĂ€ren Objekt wahrgenommen wird und der Dispersionsparameter schĂ€tzt die Urteilsgenauigkeit.

Experiment 2: Kurzer Reiz und beide Objekte waren immer haptisch. IntensitÀt (1.5 vs. 3.0 N) und Dauer des kurzen Reizes wurden innerhalb der Vpn variiert; der kurze Reiz konnte wÀhrend der 2., 3., 4. oder 5. Teilbewegung gegeben werden. Jede Kombination von Experimentalbedingung, Position des kurzen Reizes, Startposition der Bewegung, Teilbewegung und bewegtem Finger (links vs. rechts) wurde einmal pro Sitzung prÀsentiert, insgesamt gab es 2 Sitzungen mit je 3.5 Stunden. Welcher Finger bewegt wurde wechselte alle 56 DurchgÀnge; ansonsten war die Reihenfolge der DurchgÀnge komplett randomisiert.
Datenerhebungsmethode Erhebung in Anwesenheit eines Versuchsleiters
- computergestĂŒtzt
Zeitdimension mehrmalige Erhebung
Erhebungszeitraum Experiment 1: 2 Sitzungen von je 2.5 h innerhalb einer Woche
Experiment 2: 2 Sitzungen von je 3.5 h innerhalb einer Woche
Besonderheiten -
Population Studierende der Psychologie; junge Erwachsene
Untersuchungseinheit Individuen
Stichprobe Anfallende Stichprobe
Probandenrekrutierung Anwerbung per E-Mail ĂŒber Verteiler fĂŒr Studierende der Psychologie an der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Stichprobengröße Experiment 1: 8 Individuen; Experiment 2: 9 (+2) Individuen
Rücklauf/ Ausfall Experiment 2: Daten von 2 Versuchspersonen (oben: +2) wurden in der endgĂŒltigen Analyse entfernt, da die Urteilsgenauigkeit in mindestens einer der 4 Bedingungen als Ausreißer nach oben gewertet wurde (JND lag 2.5 Standardabweichungen ĂŒber Durchschnitt der Stichprobe; Ausreißer-Vpn wurden sukzessive bestimmt)
Geschlechtsverteilung 76 % weibliche Probanden
24 % mÀnnliche Probanden
Altersverteilung 20-27 Jahre
Sondergruppen -
Land Deutschland
Region Hessen
Stadt Gießen
Variablen Eine Zeile im Datenfile entspricht einem einzelnen Durchgang; die Variablen beider Experimente 1 und 2 werden berichtet:
Nummer des Experiments
Versuchspersonennummer
Ausreißer
Sessionnummer, Blocknummer, Trialnummer
Experimentelle Bedingung
Flashdauer
Flash-Kraft, Flash-Frequenz (nur bei haptischem Flash)
Startpunkt der Objektbewegung
Finger, der bewegt wurde (rechts oder links)
Nummer der Teilbewegung, in der der Flash prÀsentiert wurde
Position des bewegten relativ zum stationÀren Finger wÀhrend der Flash startet
Zeitpunkt, zu dem der Flash startet
Zeitpunkt, zu dem das bewegte Objekt das stationÀre Objekt kreuzt
Messfehler
Antwort der Versuchsperson

Top

Datenstatus

Datenstatus VollstÀndiger Datensatz
Ursprungsaufzeichnungen Individuelle Bearbeitungsaufzeichnungen bei computergestĂŒtzter Erhebung (personbezogene Datenfiles)
Verarbeitung Die Daten wurden von einem eigens geschriebenen Experimentalsteuerprogramm direkt als Textfile abgespeichert und anschließend in einer Excel-Datei zusammengetragen, ggf. ergĂ€nzt oder ĂŒberflĂŒssige Informationen entfernt. Die Excel-Datei wurde in ein ASCII-File umgewandelt, welches bereitgestellt wird (dgkt13ei29_fd.txt).

Top

Beschreibung der bereitgestellten Daten

Beschreibung Forschungsdaten zur Studie
Dateiname dgkt13ei29_fd.txt
Inhalt 18 Variablen, 15232 DurchgÀnge
Datenpunkte 18*15232 = 274176 Datenpunkte
Variablen Nummer des Experiments (1), Versuchspersonennummer (1), Ausreißer (1), Sessionnummer (1), Blocknummer (1), Trialnummer (1), Experimentelle Bedingung (1), Flashdauer (1), Flash-Kraft (nur bei haptischem Flash) (1), Flash-Frequenz (nur bei haptischem Flash)(1), Startpunkt der Objektbewegung (1), Finger, der bewegt wurde (1), Nummer der Teilbewegung, in der der Flash prĂ€sentiert wurde (1), Position des bewegten relativ zum stationĂ€ren Finger wĂ€hrend der Flash startet (1), Zeitpunkt, zu dem der Flash startet (1), Zeitpunkt, zu dem das bewegte Objekt das stationĂ€re Objekt kreuzt (1), Messfehler (1), Antwort der Versuchsperson (1)
MD5 Hash e6bc0ac4edd0dfbb1347002658180f34
  

Top

Beschreibung der sonstigen Materialien

Beschreibung Dateiname
Kodebuch zum Forschungsdatensatz dgkt13ei29_fd.txt dgkt13ei29_kb.txt

Top

Unmittelbar auf den Datensatz bezogene Veröffentlichungen

Unmittelbar auf den Datensatz bezogene Veröffentlichungen
Drewing, K., Hitzel, E. & Scocchia, L. (2017). The Haptic and the Visual Flash-Lag Effect and the Role of Flash Characteristics. PLoS ONE 13(1): e0189291. doi: 10.1371/journal.pone.0189291

Top

Weiterführende Literatur

Weiterführende Literatur
Brenner, E., van Beers, E.R., Rotman, G., & Smeets, J.B. (2006). The role of uncertainty in the systematic spatial mislocalization of moving objects. Journal of Experimental Psychology: Human Perception & Performance 32, 811–825.
Cellini, C., Scocchia, L., & Drewing, K. (2016). The buzz-lag effect. Experimental Brain Research 234, 2849-2857. Datensatz 0318708
Hubbard, T.L. (2014). The flash-lag effect and related mislocalizations: Findings, properties, and theories. Psychological Bulletin 40, 308-338.
Nijhawan, R. (2002). Neural delays, visual motion and the flash-lag effect. Trends in Cognitive Science 6, 387-393.
Whitney, D., Murakami, I., & Cavanagh, P. (2000). Illusory spatial offset of a flash relative to a moving stimulus is caused by differential latencies for moving and flashed stimuli. Vision Research 40, 137-149.
Wichmann FA, Hill NJ. The psychometric function: I. Fitting, sampling, and goodness of fit. Percept Psychophys. 2001;63:1293-1313.

Top

Daten bestellen


Weitere Informationen

Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)
Forschungsdatenzentrum für die Psychologie
Universitätsring 15
54296 Trier
Telefon: +49 (0)651 201-2062
Fax: +49 (0)651 201-2071



https://www.leibniz-psychology.org

Anfahrtspläne


Kontakt und Funktionen